Was ist Importwirtschaft?

Sprechen wir von Import, sprechen wir von Dienstleistungen, Waren und Produkten, die aus dem Ausland ins Inland verbracht werden. Deutschland ist weltweit das drittgrößte Importland. Auf Platz Eins befinden sich die USA und auf Platz Zwei China. Das Gegenteil von Import ist Export. Hier liegt Deutschland auf Platz Zwei, direkt hinter China.

Sieht man sich die Importzahlen und die Exportzahlen zusammen an, hat man die Handelsbilanz vor Augen. Sie wird als positiv bezeichnet, wenn die Exportzahlen höher sind als die Importzahlen. Folgerichtig ist die Handelsbilanz negativ, wenn die Importzahlen überwiegen.

Der kleine Unterschied

Nun ist es im Zeitalter des Online-Shoppings durchaus eine Kleinigkeit, Waren aus dem Ausland zu beziehen. Da stellt nun natürlich die Frage, ob es sich hierbei auch um Importe oder lediglich Einfuhren handelt. Sicherlich sind auch die Mitgliedsstaaten der EU rein rechtlich und geografisch gesehen den Ausland zugehörig. Allerdings sind Waren aufgrund des EU-Binnenmarktes nicht zollpflichtig. Sie können frei zwischen den EU-Mitgliedsstaaten vertrieben werden, werden einfuhrtechnisch daher nicht erfasst. Trotzdem aber handelt es sich natürlich um Dienstleistungen, Waren und Produkte, die nicht innerhalb der deutschen Grenzen hergestellt bzw. erbracht wurden. Man spricht vom „Intrahandel“. Diese Waren werden bewertet, als wären sie inländischen Ursprungs.

Was darf importiert werden?

Natürlich wäre es schön, wenn man einfach alles, was man so braucht und nicht in Deutschland herstellen kann, importieren könnte. Dem ist aber leider nicht so. Sicherlich führt Deutschland eine recht freizügige Handelspolitik. Das bedeutet, dass weitestgehende Freiheiten in Bezug auf die Importe bestehen. Dennoch gibt es verschiedene Waren bzw. Warengruppen, die reglementiert werden. Das kann entweder bedeuten, dass die Menge der betroffenen Waren für ein Jahr oder den Importeur festgesetzt werden. Man nennt dies ein Kontingent. Da die Mengen bei der Einfuhr festgehalten werden, kann über ein zentrales Register sofort gesehen werden, wenn die Höchstmenge überschritten wird. Ab diesem Punkt kann das Produkt gemäß der getroffenen Vorschriften, nicht mehr eingeführt werden. Einzige Möglichkeit, diese Waren weiterhin zu importieren, wäre eine Sondergenehmigung vom zuständigen Bundesministerium zu erlangen. Folgende Waren bzw. Warengruppen sind mit Kontingenten belegt:

  • Keramik sowie Porzellanwaren, die in China hergestellt werden
  • Schuhe aus Vietnam
  • Stahl
  • Eisen
  • Textilien, allgemein
  • Bekleidung
  • Waffen jeglicher Art

Ebenso kann es Kontingente für Lebensmittelimporte sowie diverse landwirtschaftliche Produkte geben. Da diese oftmals von der Erntesituation in den betroffenen Ländern sowie in Deutschland abhängig sind, werden sie regelmäßig überprüft und erneuert. Diesbezüglich sind vor Verhandlung in diesem Bereich immer erst die entsprechenden, aktuellen Bestimmungen zu erkunden. Neben dem Kontingent kann die Einfuhrmenge auch über die Höhe der Einfuhrzölle beeinflusst werden. Je höher diese sich gestalten, desto unwirtschaftlicher kann die Einfuhr für den Importeur werden.

Zudem wird eine Liste mit Produkten geführt, denen ein striktes Einfuhrverbot auferlegt wurde. Der Grund für dieses Verbot kann unterschiedlich sein. So werden Pflanzen und landwirtschaftliche Produkte eventuell aufgrund der Artenvielfalterhaltung nicht importiert. Dies ist ebenfalls bei diversen Tieren bzw. Produkten dieser Tiere, auch Souvenirs, der Fall. Unter anderem gehören die folgenden Positionen auf diese Liste:

  • Drogen
  • Wildleder
  • Elfenbein
  • Pelze
  • Alle vom Aussterben bedrohte Tiere
  • Alle vom Aussterben bedrohte Pflanzen

Woher bekomme ich die Informationen, ob und was ich auf welche Weise importieren darf?

Das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle, kurz genannt BAFA, ist für diesen Bereich zuständig. Hier erhält der Importeur nicht nur detaillierte Auskünfte darüber, welche Waren problemlos importiert werden können. Hier kann er sich auch informieren, wenn er eine Ware benötigt, die einem Kontingent unterliegt oder nur mit einer so genannten Einfuhrgenehmigung eingeführt werden darf.

Selbiges gilt übrigens auch für den Exporteur. Benötigt er eine Exportgenehmigung für eine Ware, ist er bei der BAFA an der richtigen Adresse.

Das Kleingedruckte bei der Einfuhr

Jetzt hat man natürlich den Eindruck, als könnten alle anderen Waren einfach so importiert werden. Leider gibt es da noch die Zollabfertigung, die nicht nur Bearbeitungsgebühren nach sich zieht. Auch Einfuhrumsatzsteuer und Zollabgaben werden bei der BAFA festgelegt und bei jeder Importsendung akribisch berechnet und vom Importeur abgefordert. Große Importeure haben ein entsprechendes Konto beim Zoll und erhalten die Benachrichtigung über ihre Abgaben auf elektronischem Wege. Auf diese Weise wird die Zollschuld auch beglichen. Einfacher geht es nun wirklich nicht. Vorbei sind die Zeiten, in denen die Zollschuld an den Spediteur berechnet wurde und diese sehen musste, wie er sie vom Importeur wiederbekommt. Allerdings kann es immer noch vorkommen, dass ein Importeur sein Geschäft neu aufgenommen hat und daher noch mit Bargeld oder seiner Kreditkarte beim Zoll vorstellig werden muss. Denn dieser gibt die Waren nicht so ohne weiteres frei. Es lohnt sich, im Vorwege die notwendigen Informationen einzuholen und bei Bedarf einen entsprechenden Bargeldbetrag zur Hand zu haben.

Importware = hochwertige Ware?

Dies ist natürlich nicht zwangsläufig der Fall. Grundsätzlich ist der Importeur für die Qualität seiner Ware zuständig. Selbstverständlich ist davon auszugehen, dass er sich, am besten vor Ort, von der Qualität überzeugt bzw. die Waren getestet hat. So sollte er ein Augenmerk darauf haben, dass Elektrowaren eine CE-Certifizierung und Maschinen eine EG-Konformitätserklärung erhalten haben. Diese sollte den Warenpapiere beigefügt sein. Grundsätzlich gilt, dass eine Gebrauchsanleitung vorhanden ist, die in der Sprache des Importlandes geschrieben wurde. Kommen dem Importeur Zweifel, sollte er den Zoll entsprechend informieren. Geeignete Kontrolle können dann angeordnet werden. Werden bei einer derartigen Prüfung etwa gefährliche oder ungesicherte Gerätschaften gefunden, können sie sofort beschlagnahmt und im schlimmsten Fall mit einem Einfuhrverbot belegt werden. Die Entscheidung, wie mit derartigen Vorfällen umgegangen wird. Nicht nur die Waren können mit einem Einfuhrverbot belegt werden. Auch kann der Exporteur kann eine Abmahnung, vielleicht ein Kontingent erhalten. Bei Nicht-Einhalten werden die Maßnahmen verschärft.

Fazit

In jedem Land gibt es Waren, die nicht selber bzw. nicht in ausreichender Menge produziert werden können. Diese werden dann aus dem Ausland bezogen und über die eigenen Grenzen ins Inland verbracht. Hierbei fallen unter anderem Zölle und Einfuhrumsatzsteuer an. Es obliegt dem Importeur, ob er die Einfuhrabfertigung selber übernehmen möchte oder doch lieber den Fachmann, einen Spediteur, damit beauftragt.

Import ist in einem gewissen Rahmen, in einer gewissen Menge eigentlich immer notwendig. In der heutigen, spezialisierten Welt ist die Produktvielfalt oft nur auf diese Weise zu gewährleisten.